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wasserfallHerbert Josk zeigt wie man mit einfachen Mitteln einen schönen Wasserfall erstellen kann.




Vorwort:
Eigentlich kam ich von Military (Flugzeuge, Panzer) zu den Figuren. Schon als ich Military baute, ärgerte es mich, daß es zwar die dazu passenden Figuren gab, aber das waren immer Figuren die sich im Kampf befanden. Nur wenige Figuren waren in Ruhestellung oder in der Etappe.
Zufällig stieß ich auf Zinnfiguren, sah das große und in allen Bereichen ausgebreitete Themen) und mein Interesse verlagerte sich immer mehr auf Figuren, größtenteils Zinnfiguren.

Ab und zu kommen auch Figuren aus Plastik oder Resin unter den Pinsel: ITALERY, DRAGON, AKADEMIE, PREISER usw.

Wenn ich in meiner „Militaryphase“ im Modellbaugeschäft stand und Neues suchte, standen da auch die „Eisenbahnfreaks“ und die konnten sich herrlich stundenlang über Schrauben, Elektrokontakte und vieles mehr diskutieren. Damals schwor ich mir nie mit einer Eisenbahn zu Beginnen, denn das ist Ende nie.

Als ich Jahre später in meinem Zinnfigurengeschäft in Antwerpen stand und neben mir verschieden Nationen darüber diskutierten, ob der Uniformknopf dieser Figur nun silbern oder golden sein muß, schwor ich mir: nie historische Figuren.
Heute muß ich sagen, diesen Schwur habe ich gebrochen, denn eine historische Figur muß man eben so bemalen, wie es in der damaligen Zeit üblich war.

Die ersten Figuren waren Indianer. Vielleicht lag das am Karl May, den ich in meiner Jugend gelesen habe, vielleicht lag das auch an den Cowboy und Indianerspiele der Kindheit.
Die ersten Indianer … ich besorgte mir Bücher darüber … las … wurde nachdenklich … und mit der Zeit sehr wütend! Denn was mit dieser Nation so alles geschehen ist … unfassbar! ... aber lassen wir das und widmen wir uns lieber dem Thema Figur und Landschaft zu.

Eine Figur bemalen und auf die eventuell mitgelieferte Grundplatte zu stellen das ist die eine Sache. Eine Figur in einer Landschaft darzustellen ist die andere Sache.

Und über die Art meiner Landschaftsgestaltung werde ich hier einige Zeilen schreiben.

Die Figur:
Ich bemalte einen Indianer von Pegaso (Onondaga, Irokese Warrior) und natürlich machte ich mir da bereits Gedanken in welches Umfeld ich die Figur stellen werde.

Angeregt durch einen Bericht in der Zeitschrift KIT FIGUREN – MODELL JOURNAL entschloß ich mich einen kleinen Wasserlauf in einer Landschaft zu gestalten.

Allgemeines zum Untergrund der Landschaft:

Ich habe schon die unterschiedlichsten Materialien verwendet.

MOLTO Holz Reparatur Spachtelmasse hat den Vorteil, daß bei der Anbringung bereits eine körnige Struktur (wie z.B. Sand) sich von alleine bildet.
MOLTOFIL hingegen ist glatt.
Beide haben den Vorteil, daß eine gewisse Klebrigkeit vorhanden ist und man dadurch schon Gräser, Blätter und ähnliches „ankleben“ kann.
GIPS könnte man auch verwenden, aber Gips zieht Wasser an, also nicht besonders geeignet.
Ich habe auch schon mit FLIESENKLEBER gearbeitet, (hatte da noch einiges übrig), habe damit die Steine eines Burgturmes gegossen und das Resultat war eigentlich sehr gut. Fliesenkleber hat aber den Nachteil, daß man nach der Trocknung nur mehr sehr schwer formen und kratzen kann.
Dann gibt es noch im Eisenbahnzubehör den GELÄNDEBAU - MÖRTEL, den es auch in unterschiedlichen Farbnuancen gibt.

Irgendwann lernte ich durch Freunde des Modellbauclubs die UNIFLOTT Spachtelmasse kennen, machte damit die ersten Versuche und merkte, daß man damit sehr gut arbeiten kann. Es entstehen keine Risse und eine Bearbeitung nach der Trocknung geht hervorragend, sei es für einem einen sandigen Untergrund, oder auch Felsen und Steine. Man kann ohne große Schwierigkeiten kratzen und schaben und das Endresultat ist sehr befriedigend. Außerdem ist UNIFLOTT wesentlich billiger als der herkömmliche Modellbau Mörtel. (Gibt es im Baumarkt in Säcken von 5 kg).

Für die Feinarbeit der Landschaft verwende ich DAS.
DAS ist eine lufttrocknende Knetmasse und gibt es in weiß und braun. DAS hat den großen Vorteil, daß man bereits beim Auftragen der Masse den Untergrund fast fertig gestalten kann. Es hat sehr feine Pigmente und läßt sich in der Struktur fast mit MILIPUT vergleichen. Mit nassen Fingern kneten, drücken und verschieben. Auf Diese Art entstehen schon bei der Gestaltung Risse, Falten, Spalten und dergleichen und während der Trockenperiode gestalte ich dann noch mit Zahnbürste, Schaumgummi und diversem Werkzeug die Geländeformen.
Die Trockenzeit hängt von der Dicke der Auftragung ab, ist nach der Austrocknung sehr hart, kann dann aber immer noch ausgekratzt werden.

Ich habe es auch schon mit JOVI (auch eine lufttrocknende Knetmasse) probiert. Hat einen kleinen Nachteil, denn wenn sie nur dünn aufgetragen wird, stellt sie sich an den Kanten ein wenig auf, was eine Nachbearbeitung erforderlich macht.

Allgemeines zur Farbliche Gestaltung der Landschaft:

Zur Bemalung der Landschaft und dem Zubehör nehme ich größtenteils Hobby Wasserfarben, die man in der Bastlerecke im Baumarkt findet.
Die Pigmente sind zwar nicht so fein wie in den Figuren-Acrylfarben von ANDREA, VALLEJO, CITADELCOLOR, aber die Hobbyfarben waren preislich attraktiver und für den Zweck völlig ausreichend. Man kann aber auch herkömmliche Enamelfarben verwenden, was die Trockenzeit aber verlängert.

Die Vorbereitungen ...
oder die umständliche Art die Landschaft natürlich zu gestalten.


Zuallererst brauchte ich Äste, Sträucher, Blätter und sonstiges in verschiedenen Größen, Gras, „Bodendecker“ und „Streugut“.

Als Modellbauer (wem muß ich das sagen) hat man ja die üble Gewohnheit die verschiedensten Dinge zu sammeln, weil man ja immer denkt, sie mal gebrauchen zu können.
Und so hat sich im Laufe der Zeit so einiges, meistens unbrauchbares, an Plastikdekoration fürs Aquarium angesammelt. (Ich besitze aber kein Aquarium).



Farblich sind diese künstlichen Wasserpflanzen zwar für ein beleuchtetes Aquarium sicher schön und dekorativ, aber für meine Zwecke viel zu kitschig.
Also entschloß ich mich sie umzufärben.
Um einen sicheren Halt zu geben und um dieses „scheußliche“ Grün zu verdecken grundierte ich zuerst mit einem Primer aus Acryl. Muß vielleicht nicht sein, aber ich dachte mir: sicher ist sicher.



Nach der Trocknung färbte ich alles in unterschiedlichen Farbnuancen an. (Olivgrün, Moosgrün, Hellgrün, Reseda, Dunkelbraun, Hellbraun, Terra Cotta, Ocker, Gelb, Rot, Ochsenblut).
Das alles ist eigentlich eine sehr langwierige Arbeit, aber ich denke wenn man eine Landschaft bunt gestalten will, dann braucht man einige unterschiedliche Farbtöne und daß sich die Mühe lohnt.

Ich griff aber auch auf Herkömmliches aus der Natur zurück: Moos, kleine Äste, Zweige, Wurzeln. Bei natürlichen Materialen sollte man darauf achten, daß sie nicht schon nach kurzer Zeit zerfallen, also härteres Material, das längere Zeit hält.

Kleine Blätter für Bäume und Landschaft habe ich noch nicht beim Eisenbahnzubehör gesehen, also mußte ich mir was einfallen lassen.
Ich hatte darüber schon viele Meinungen gehört, der Eine sagte dieses, der Andere wieder jenes. Aber all das Gesagte nützt nichts, wenn man nicht selbst einmal damit beginnt.



Meine Küchenkräuter wurden also wieder mal durchstöbert. Ich denke, daß sich Majoran sehr gut für Blätter eignet. Auch Oregano, Basilikum, Liebstöckel und einiges mehr.
Aus der Natur eignet sich Birkensamen sehr gut.
Da ich die Erfahrung gemacht hatte, daß Majoran mit der Zeit total ausbleicht, wollte ich ihn farblich gestalten und die Farbe fixieren.

Die Majoranblätter zerstieß ich zuerst in einem Mörser, der Aufwand war aber eigenltich unnötig, denn die Blätter können auch zwischen den Finger zerkleinert werden. (Ja, was man mit der Zeit nicht so alles lernt).

Um der Farbe mehr Halt zu geben „badete“ ich zuerst die Blätter in einem verdünnten matten Acryllack. Nach der Trocknung bereitete ich verschiedene verdünnte Farbbäder (wieder aus Hobbyfarbe vom Baumarkt) und badete die Blätter. Wie erwartet kleben die dann zusammen. Zuerst wollte ich sie an der Luft trocknen, aber das dauerte mir zulange. Also legte ich sie (farblich getrennt) auf eine Aluminiumplatte und diese legte ich wiederum, mit einem kleinen Abstand, auf die Herdplatte, immer darauf achtend, daß nichts anbrennt oder verbrennt. Ist eine langwierige Sache.
(Die nächste Trocknung will ich in einer Teeglocke mit dem Haartrockner versuchen. Es wäre ja möglich, daß durch die Bewegung der Luft nichts zusammenklebt und das die ganze Prozedur schneller geht).
Nach der Trocknung mußte ich all diese verklebten Blätter wieder auseinander wuzeln.

Dieselbe Prozedur des Färbens machte ich auch mit dem Birkensamen, der zwar eine schöne rotbraune Farbe hat, aber nicht alle Blätter in der Natur sind einheitlich rotbraun.



Da hatte ich noch ein Büschel Naturborsten (Modellbaubezeichnung: Schilf), daß ich mal erstanden habe und auch diese Borsten machten die Prozedur des Umfärbens mit. Auch die kleben zusammen und müssen dann zerteilt werden.




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