un leoViele Modellbauer scheuen sich vor der weissen UN-Lackierung. Dass trotz weisser Farbe das Modell nicht wie ein Stück Seife aussehen muss zeigt Walter Lampel.




In seinem Baubericht über den dänischen Leopard 1A5DK mit dem interessanten RAMTA Minenräumpflug, der im Rahmen der UNPROFOR in Bosnien im Einsatz stand.


Ich wollte immer schon mal ein "schweres UN-Gerät" bauen aber irgendwie kam ich bisher nur in Kontakt mit AFVs und APCs. Beim Kauf des Buches "Blue Helmets under Fire" stolperte ich zufällig über die Dänischen UNPROFOR Leos die im Rahmen der UNPROFOR in Bosnien im Einsatz waren. BINGO! Endlich mal was richtig Großes im weißen UNO-Gewand.

EIN KURZER RÜCKBLICK:
Die UNPROFOR (United Nations Protection Force) in Bosnien-Herzegowina erhielt im April 1994 durch die dänischen Jütland Dragoner dringend benötigte Verstärkung durch 10 Leopard 1A5DK Kampfpanzer, um dem UN-Mandat mehr Nachdruck zu verleihen. Die dänischen Leos sind modifizierte Leopard 1A3, die gebraucht von der Bundeswehr beschafft wurden. Die gekauften Leos erhielten allerdinges einige Umbauten (EMES-18, Kdt-Periskop, Staukästen an den Seiten etc.). Für den Einsatz in Bosnien erhielten die Kampfpanzer zusätzliche Modifikationen wie z.B. einen XSW-30V Infrarot/Weisslicht Zielscheinwerfer von ehem. M41DKs sowie einen Staukasten am Turmheck.

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Leopard 1A5DK (aus "The Blue Helmets under Fire" - Concord Publications Company)

Von den 10 eingesetzten Leopard waren 3 Panzer mit einem Räumschild ausgerüstet. Drei weitere wurden wegen der schweren Verminung in Bosnien mit einem TWMP (Track Width Mine Plough) RAMTA Minenräumpflug ausgestattet (RAMTA ist der Hersteller: Aerostructures und System Division of Israeli Industries Ltd.) Der Pflug ist mit einem Tiefenkontrollsystem ausgestattet und folgt der Kontur des Bodens. Der Pflug ist leicht zu montieren und kann innerhalb einer Stunde umgebaut werden.Hauptaufgaben der Dänischen Leos im Rahmen der UNPROFOR war Schutz des Flughafens Tuzla, Feuerunterstützung für andere UNPROFOR-Einheiten, Minenräumung und mot. Patrouillen. Die dänischen Kampfpanzer waren mehrfach in Feuerkämpfe mit serbischen Einheiten verwickelt. Es wurden dabei eine serbische Bunkerstellung, eine Kanonenstellung und ein Kampfpanzer ausgeschaltet, welche schweres Feuer auf UNPROFOR Truppenteile eröffnet hatten. Dänische Verluste gab es bei den Schußwechsel keine.

PROJEKTSTART:
In den folgenden Monaten wurde einiges über die dänischen UN-Leos recherchiert und in diversen Onlineshops Zurüstteile (Ätzteile, Decals, Abreibebuchstaben, etc.) bestellt. Ich hatte auch richtig Glück und konnte den echt klassen Italieri Bausatz Leopard 1A4, der im Handel schon länger nicht mehr erhältlich ist (aber nach wie vor der Beste Leo 1A4!), auf Ebay günstig ersteigern. Allerdings war die Schachtel wohl schon 20 Jahre in der Nähe von Biokompost gelagert und stank erbärmlich. Teufel Auch – ich und auch das Projekt geriet damit ziemlich stark ins wanken!! Dank vieler Tipps von Modellbaukollegen konnte ich das Geruchsproblem dann doch in den Griff bekommen (Danke noch mal!). Ansonsten hätte es nur noch den Tamiya Leo als Basis gegeben – der kommt aber von der Qualität nicht ganz an Italieri heran!Damit nun das ganze Projekt nicht zu einfach wird habe ich mir blöderweise noch in den Kopf gesetzt eine Version mit dem Minenräumpflug RAMTA zu bauen. Den Pflug gibt’s natürlich nicht als Bausatz – aber als Alternative könnte eventuell der amerikanische Räumpflug aus dem M1A1 Mineplough Bausatz von Dragon dienen – wir werden sehen. Auch hier war ich wieder bei Ebay fündig und habe unbarmherzig (für die Geldbörse!) zugeschlagen.
Anfang 2007 sind dann endlich fast alle gewünschten Umbauteile vorhanden. Nur das gedrehte Modelpoint-Alurohr ist weltweit nicht lieferbar. Schade, aber bevor ich die Lust an dem Modell verliere (und meine Frau mich prügelt wenn Sie rausbekommt was ich bisherschon in das Projekt investiert habe *gg*) mach ichs auch so!

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Im Laufe der Zeit sammelte sich einiges an möglichem Zubehör für das Projekt an!
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Als erstes wurden mal alle (sic!) Anleitungen durchgesehen, mit Fotos verglichen und festgelegt aus welchem Bausatz was zu verwenden, ersetzen oder umzubauen ist. Anfangs ist das für mich immer ziemlich unübersichtlich – man muss sich ganz auf das Projekt einlassenhritt für Schritt vorangehen. Dann verlässt einen auch nicht so schnell der Mut … hoffentlich!!

RÄDER, FAHRWERK, KETTE
Und LOS geht’s … voll Enthusiasmus wird gestartet … und es passiert gleich mal eine Vollbremsung. Dänische Leos haben auf Ihren Laufrollen keine „Querrillen“ wie die tollen Bausatzräder von Italieri – dafür gibt’s den Accurate Armour (kurz: AA) Umbausatz mit korrigierten Laufrollen.

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Allerdings sind die korrigierten AA-Räder Resinabgüsse von den Plastik-Bausatzrädern – halt ohne Rillen. Man sieht auf der Rückseite sogar noch die Auswerfermarkierungen von den Italieri-Vorlagen.

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Leider sind die Resinräder mit einem mächtigen Anguss auf der Lauffläche ausgestattet der versäubert und verschliffen werden muss – ausserdem passen sie nicht sehr genau und müssen aufgebohrt werden damit sie auf die Schwingarme gesteckt werden können … das hatte ich mir anders vorgestellt. Ausserdem sind die AA Räder etwas unsauber gegossen – die Italieri Räder sind hier um KLASSEN besser. Aber was solls – wer sein Modell Accurate haben will muss leiden – der Spruch wird sich in Zukunft wohl öfter verwenden lassen ….
Das verschleifen der Räder machte ich im Badezimmer – die Räder auf einen Dremel gesteckt und mit niedriger Drehzahl mit Naßschleifpapier abschleifen … herrliche Sauerei, aber damit hält sich der gefährliche Resinschleifstaub in Grenzen.

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Das Fahrwerk ist gut detailiert – und kann sogar mit einer leichten Modifikation beweglich dargestellt werden. Da ich den Minenräumpflug vorne dranmachen werde mache ich nix beweglich – es wird vermutlich auch so schon kompliziert genug den Minenpflug so anzubringen dass er nicht dauernd abbricht. Dem Bausatz liegen Vinylketten bei die eigentlich ganz gut detailiert sind. Es gibt auch Einzelgliederketten von HCKW … auf die werde ich aber verzichten weil durch die Seitenschürzen ohnehin viel verdeckt wird.

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WANNE - BUG
Der Italieri Bausatz hat auf der Bugplatte einige Montageöffnungen für Schneegreifer etc. die für mein Vorbild nicht benötigt werden. Dh. Die Löcher wurden mit passenden gezogenen Gußästen oder Evergreen-Stäbchen zugestopft, verklebt, mit einer Rasierklinge glatt abgeschnitten und verschliffen.

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Der rechte Winkelspiegel des Fahrers muss abgeschnitten und die Öffnung aufgebohrt werden – denn hier hinein läuft die improvisierte Hydraulikleitung für den Minenräumpflug – nette und praktische Feldmodifikation *gg*! Und weil ich grad am entfernen war kam die angegossene Halterung für die Rückspiegel auch gleich weg – mit einem angeschärften Schraubenzieher werden diese agbeschabt. Später werden die Teile durch Ätzteile ersetzt werden.

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WANNE – SEITE
An den Wannenseiten sind eingravierte „Markierungen“ für die Werkzeuge des Leo 1A4 – das muss mit dünnflüssigem Spachtel eingeebnet und verschliffen werden – Mister Surfacer 500 kann man hier ganz gut verwenden. An diese Stellen kommen später die Staukisten aus dem AA-Umbausatz.

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WANNE – HECK
Bevor es die Hochzeit gibt (Oberteil auf Unterteil der Wanne) muss noch der Motorraum eingebaut werden – da man später hier nicht mehr hinkommt. Lustig ist das grobe Maschengitter der dem Italieri Bausatz im Original als Motorgitter beigelegt hat. Da sieht man schön was hier für ein Sprung in den Detailierungsmöglichkeiten durch durch Ätzteil-Technik gemacht wurde. Das AA-Ätzteil ist deutlich besser – aber was muss ich hier entdecken? Ein böser Metallspan wurde hier in das Gitter mit eingeätzt – sowas hab ich auch noch nicht erlebt! Das Ding läßt sich nicht abschaben oder sonst entfernen, das ist bei einem nicht ganz billigen Upgrade-Kit wirklich unschön!!

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Rettung naht - wie so oft - im umfangreichen Ätzteilsatz zum Leo A4 von Eduard. Das Gitter hier ist noch um Klassen besser als das Gitter von AA. Eh klar was jetzt eingebaut wird *gg*.

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Ersatzkettenglieder gibt’s wieder vom AA-Umbausatz, aber auch hier wieder Ärger … die sind verbogen und ein Teil sogar abgebrochen! Sehr sauber hingegen und mit feinen Details das Telefonkästchen von AA – hier hat die Dänische Version noch ein kleines Rücklicht angebracht das im Originalbauteil fehlt. (Wofür das Rücklicht wohl gut ist frage ich micht – vielleicht leuchtet es auf wenn die Leitung besetzt ist *gggg*).

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Als nächstes wurde der hintere Staukasten agbeschliffen und die angegossenen Verschlüsse entfernt und duch nette Eduard-Ätzteile ersetzt. Auch wurde das Kolonnenlicht durch Ätzteile von Eduard und einem dünnen Evergreen Stäbchen gebaut.

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Und weil ich grad so lustig in Fahrt war habe ich die Teile alle schön am Heck verklebt und noch einige Ätzteilkettchen angebracht.

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WANNENSEITE
Auf den Wannenseiten werden die hinteren Staukästen wieder von den angegossenen Verschlüssen befreit und dann durch die feineren Ätzteile ausgetauscht. Nachdem ich schon etliche Ätzteile verarbeitet habe bin ich wirklich froh mir mal eine Biegehilfe (Etchmate) zugelegt zu haben – vor allem kompliziertere Faltungen sind damit Ruckzuck und sehr sauber erledigt. Zum Aufkleben befestige ich die Bauteile immer an einem Doppelseitigen Klebeband oder ähnlichem damit Sie sich nicht selbständig machen. Es reicht wenn die Kleinteile von der Pinzette hüpfen.

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Die Werkzeugkästen aus dem AA-Zurüstsatz sind sehr gut ausgeführt. Auf der Rückseite muss nur ein wenig plangeschliffen werden und sie passen. Aufgeklebt werden die Kästen mit Gel-Superkleber. Diese Kästen sind an beiden Seiten montiert. Aus eigener Erfahrung weiss ich dass diese verschließbaren Staukästen „Gold“ wert sind wenn man nicht möchte dass sein Werkzeug im Einsatzgebiet über Nacht Füsse bekommt und „davonläuft“.

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BUG UND HALTERUNG FÜR MINENRÄUMPFLUG
Als nächstes habe ich mir den Bug vorgenommen. Hier kommt einiges auf mich zu denn jetzt ist die komplizierte Modifikation mit dem Minenräumpflug zu machen. Zuerst wurden Vorbildfotos gesichtet und leider festgestellt dass nur sehr wenig brauchbare Detailfotos vom RAMTA Räumpflug vorhanden sind (wird der von der Israelischen Aircraft Industry hergestellt).
Ausserdem habe ich mit Entsetzen festgestellt dass der US-Mineplough aus dem Dragon Bausatz nur sehr wenige Gemeinsamkeiten mit dem Pedant auf den Dänischen Leos hat *Schluck*. Die Schaufeln müssen von 6zackige auf 5zackige umgebaut werden. Die Hebevorrichtung und Halterung der Schaufeln stimmt überhaupt nicht. Details sind nicht verwendbar. Die Bug-Halterung für den Räumpflug sieht völlig anders aus!! Im Grunde genommen muss ich 80% selbst bauen, da hätte ich mir den Kauf fast sparen können. Nachdem ich hier aber keine lauen Kompromisse eingehen wollte – so nach dem Motto „ich weiss nicht wies aussieht, habs aber mal gebaut“ - muss ich da jetzt wohl oder übel durch. Schließlich war auf den Fotos klar zu sehen dass die US-Version für meine Leo-Variante nicht passte.

Für den weiteren Umbau brauchen wir viiiieeeeeeeel Evergreen Zeugs:

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Ein Punch and Die Set zum ausstanzen diverser Nieten und runden Bauteile.

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Und einige scharfe Sachen wie Sägen, Skalpelle usw. Im Hintergrund sieht man die Rohrstreben der US-Version – ich benötige leider Streben mit quadratischem Querschnitt. Diese Polystyrol-Stäbe sind keine Evergreen Teile sondern wurden mal auf einer Modellbauausstellung gekauft – leider zeigte sich später bei der Verklebung dass sich diese Stäbe nicht mit Polystytrolkleber (Faller-Expert, Tamiya, Revell) verschweißen lassen. Auch mein sonst so geliebtes Äthylacetat für schwierige Klebeverbindungen konnte da nicht richtig anlösen. Also muss mit Superkleber verklebt werden – diese Verbindung ist aber sehr, sehr spröde. Im Laufe des Baus ist mir das Ding sicher mehrfach auseinandergebröselt.

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Ich habe immer wieder die Vorbildfotos angesehen um die Abmessungen richtig zu erfassen – das war aber sauschwer weil keine Seiten/Aufrisse vorhanden waren sondern nur perspektivische Fotos. So musste ich anhand von Vergleichen mit anderen Bauteilen am Panzer die Größe festlegen. Für die Hebevorrichtung habe ich aus Papier immer wieder Schablonen ausgeschnitten und grob angepasst. Als ich dann damit so halbwegs zufrieden war wurde die Schablone auf Millimeterpapier übertragen. Die Rückseite vom mm-Papier wurde mit Bleistift eingeschwärzt und dann die Umrisse sauber auf Polystyrolplatten durchgepaust und dann mit einem Skalpell ausgeschnitten – so konnten 4 gleiche Teile hergestellt werden.

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Aus Stäbchen und Röhrchen mit verschiedenen Durchmessern wurde noch die Halterung am Bug gemacht und mit weiteren Evergreen-Profilen ergänzt. Dann wurde die Scheinwerferhalterungen am Bug montiert, aufgebohrt und aus Bleidraht von plusmodel die Stromleitungen für die Scheinwerfer zum Pflug verlegt. Die Scheinwerfer sind nämlich direkt am Räumpflug montiert. Außerdem habe ich einen Kabelkanal hinzugefügt der nach schräg oben zur Fahrerluke läuft. Lustigerweise sind auf den Vorbildfotos die Hydraulikleitungen für den Pflug nie im Kanal verlegt – nur bei Fotos mit der Räumschaufel sind die Kabel im Kanal. Eigenartig, aber so zeigens meine Bilder. Also muss die Hydraulikleitung auch außen liegen und durch die Spiegelöffnung nach innen gehen.

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Was jetzt hier so rucki-zucki aussieht hat mich über eine Woche Bauzeit gekostet um die richten Abmessungen und Details zu erfassen. Ich hoffe es ist so einigermaßen gelungen.

DER RÄUMPFLUG
Endlich mal ein Bauteil den ich aus dem Dragon-Satz verwenden kann – die „Skier“ die den Pflug führen sehen ziemlich gleich aus und können genommen werden. Leider hat Dragon hier gepatzt und unschöne Auswerfermarkierungen – natürlich bestens sichtbar - genau vorne und hinten in den Teilen hinterlassen. AAAARG! Für solche Detailarbeiten kommt immer meine modifizierte Zahnbürste zum Einsatz. Ich hab einfach eine Verlängerung aus entsprechend dünnem Evergreenstäbchen aufgeklebt und die Marker mit einem leichten Liedchen auf den Lippen herausgeschliffen.

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Das mit dem lustigen Liedchen war dann auch bald vorbei und ich bin dann in ein ziemliches Jammertal gekommen.
Ich habe mir für den Pflug HUNDERTE MALE die Vorbildfotos angesehen und unzählige Details gesehen die nicht vorhanden waren und geschnitten, gestanzt, geschliffen, geklebt und gebaut werden mussten. Ich bin mit meiner Schneidmatte und dem Werkzeug vorm PC gesessen und hab von den Fotos abgeguckt und die Details gefertigt – ich denke mal das ganze hat so an die 2 Wochen gedauert. Über 20 Baugruppen wurden für den Pflug gebaut – viele davon bestehen wiederum auch wieder aus 3-5 Miniteilchen – irgendwann hab ich aufgehört zu zählen und nur mehr vor mich hingebaut. Ein Nebel senkte sich auf meinen Basteltisch ………… Als sich dann der Nebel lichtete und ich aus der Bautrance (die war nur ab und zu unterbrochen um auf den Knien rutschen kleinste, weggeschnippte Teilchen auf dem Boden zu suchen) aufgewacht bin, lag dass hier vor mir auf dem Schreibtisch:

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Dann habe ich schnell die wichtigsten Teile zusammengeklebt und das halbfertige Ding in eine weit entfernte Ecke gelegt.

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Ehrlich gesagt hab ich zulange an den Details herumgepfriemelt und eine lange Zeit konnte ich den Plug nicht mehr sehen. Ich brauchte Abwechslung …
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DER TURM
Nachdem ich die Vorbildfotos betrachtet und mit dem AA-Umbausatz zur Dk-Version verglichen hatte war schnell klar dasse einerseits einige Umbauten am Turm gemacht werden müssen – andererseits vor allem aber 2 markante Dinge fehlten die ich wieder „scratch“ machen musste.

Umbauten am Turm:
Bevor ich die Bauteile des Turms zusammenklebte musste ich noch einige chirurgische Eingriffe an den Bauteilen vornehmen. Es musste ein Anguss für das Kdt-Periskop abgesägt werden weil hier eine geänderte Version aus Resin eingesetzt wird – das geht ganz schnell mit einer kleinen Säge. Heikler war hingegen der massive Eingriff für das EMES-18 (kommt wieder aus dem AA-Umbausatz in Resin) an der vorderen Turmkante.
Hier musste ich die Stelle genau lokalisieren – wobei das AA-Anleitungsblatt zum Umausatz hier keine große Hilfe ist, die Fotos geben keinen guten Anhalt. Als ich alles mit Vorbildfotos verglichen hatte markierte ich die einzusetzende Bodenplatte für das EMES 18 mit Bleistift. Dann bohrte ich Innen entlang der Markierung eine Reihe von Löchern mit dem Dremel (1) und habe dann die Stege zwischen den Löchern mit dem Skalpell herausgetrennt(2). Anschließend wurde die kleine Öffnung sauber verschliffen (3) und die Bodenplatte sauber eingepasst (4). Ich habe hier erst eine kleinere Öffnung gemacht und dann vorsichtig grösser geschliffen bis es gepasst hat.

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Nachdem diese Arbeiten erledigt waren wurden die Turmteile zusammengesetzt. An der vorderen Turmkante sind eckige Einbuchtungen in denen ursprünglich optische Enfernungsmesser montiert waren. Da stattdessen das EMES 18 verwendet wird wurde bei den 1A5DK diese Öffnung geschlossen.
Am Modell hab ich die Öffnungen einfach mit einem Klumpen Magic Sculp geschlossen, aushärten lassen und passend in die Turmkontur geschliffen.

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Am Turmheck/Staubereich wurden wieder Teile des AA-Umbausatz verwendet. Zwischen Antennensockel und Staukorb wurde noch ein Deckel aus dickerer Alufolie (Grilltasse) eingebaut und mit einem Drahtgriff versehen. Im Vorbild befindet sich unter diesem Deckel die Batterie für den Zielscheinwerfer. Vom Deckel geht dann ein Kabelkanal bis zum Zielscheinwerfer und zur Kdt-Luke.

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Danach wurden aus Plastic-Sheet und aus einem Ätzteilrest ein Staukorb gebaut der an den UN-Leos montiert war. Für gerade Schnitte wird das Plastic-Sheet mit einem Skalpell angeritzt und dann rechtwinkelig abgeknickt – das ergibt gerade Bruchkanten. Hier habe ich mich wieder an Vorbildfotos orientiert – die Querverstärkung an der Oberseite ist aber nur meine Interpretation von etwas verschwommenen Fotos.

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Dann habe ich den Kabelkanal auf die Turmoberseite angebracht (Evergreen-U-Profil). Verklebt wurde der Kanal mit Äthylacetat – einfach mit dem Pinsel entlang der Kanten des Kabelkanal entlangfahren – durch die Kapillarwirkung zieht der „Kleber“ sofort unter das Profil und das ergibt eine saubere Verklebung. Die Kleberänder die man jetzt noch sieht sind nur Materialverfärbungen und verschwinden unter der Farbschicht. Mit Ätzteilresten und Superkleber hätte man den Kanal natürlich auch darstellen können, aber die Gefahr hier mit Superkleber etwas zu versauen war mir doch zu groß. Ich denke so siehts auch ganz OK aus.
 

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Etwas komplizierter als der Kabelkanal ist dann der Bau des Weißlicht-Zielscheinwerfers XSW-30V. Diese wurden im Original von ausgemusterten M41DK-1 recycelt. Vom Italieri-Scheinwerfer konnte die Bodenplatte (musste verkleinert werden) und die Montagehalterung verwendet werden. Der Rest des Scheinwerfers wurde wieder aus Plastic-Sheet nach Fotovorlagen gefertigt. Weil hier auch 4 Griffe montiert werden mussten habe ich in die obere Deckplatte gleich 4 Löcher mit eingestanzt damit kann dann der Draht besser verklebt werden als mit einer stumpfen Verklebung. Die Klappe des Scheinwerfers wurde geöffnet dargestellt dass man auch ein bisserl nach innen schauen kann ;-)

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Jetzt wurden die Turmluken verarbeitet – eine geöffnet, für eine spätere Figur, die andere geschlossen. Dann wurden noch die Nebelwerfer an de Seiten des Turmes verklebt und mit kleinen Ätzteilkettchen (Reste aus Eduard-Ätzteilsätzen) aufgepeppt. Leider sind diese Kettchen sehr unflexibel und total hart – ich verwende auch manchmal die Ätzteilkettchen von ABER – die sind viel weicher und flexibler für solche delikaten Verfeinerungen geeignet.

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Zuguterletzt habe ich mir noch das Rohr vorgenommen. Und wie immer (sic!) hat sich beim verkleben das Rohr ganz leicht verschoben sodaß wieder eine kleine Kante sichtbar ist die verschliffen werden muss – wie ich das HASSE!!! Bei einem Alurohr hätte ich mir das erspart. Nachdem dass ohnehin viel Arbeit ist habe ich beschlossen hier am Rohr keine Ätzteile zu montieren – die gar nicht schlechten Details zu entfernen, verschleifen und durch die Ätzbänder zu ersetzen ist mir dann zuwenig spaßig erschienen.

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SCHMUTZFÄNGER

Für die Schmutzfänger habe ich wieder Ätzteilalternativen aus dem Eduard Satz genommen. Die sind entsprechend dünn – für die Montage habe ich vom Plastik-Originalteil am oberen Ende einen Steg übriggelassen – diesen Steg auf das Modell geklebt und erst darauf mit Superkleber die Ätzteile. Ich hoffe damit hält die Verbindung dauerhafter – weil ja noch die Ketten einmal runter und auch wieder rauf müssen - zwecks Endbemalung.

ABSCHLEPPSEILE
Nachdem das Heck soweit fertiggestellt ist kann auch das Abschleppseil „konfektioniert“ werden. Im Originalbausatz ist ein Seil gegossen – welches ich aber nicht verwendet habe. Im AA-Updatesatz gibt’s auch ein Seil (aus Draht), welches aber total unflexibel und mir optisch etwas zu dick erscheint.
Am Besten gefiel mir das Abschleppseil für moderne dt. Fahrzuge vom Hersteller Karaya. Das gedrillte Abschleppseil lässt sich gut biegen und schön in Form bringen. Die Ösen sind aus Resin aber im Guß leider unsauber und mit kleinen Luftblasen versehen. Die habe ich mit Superkleger ausgefüllt und vorsichtig verschliffen.

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Leider sind die Öffnungen - in denen die Seilenden eingeklebt werden müssen - zu klein gegossen oder teilweise sogar vollständig verschlossen … und natürlich sind mir promt zwei davon beim aufbohren - trotz größter Vorsicht - abgesplittert GRRRMPFH!!! Ich habe dann die Absplitterungen wieder mit etwas Superkleber „aufmodelliert“.

... WEITER MIT DEM MINENPFLUG
Ich hab mich wieder mal an den Minenpflug gesetzt und weitergebaut. Habe auch lange überlegt ob ich den Pflug erst komplett fertigstellen soll und nach der Lackierung an den Leo anbringen soll … aber weil doch etliche Dinge passen müssen (Abstände, Höhe, Längen der Ketten etc.) habe ich beschlossen  den Pflug direkt am Modell festzukleben. Das geschah mit Plastikkleber und der Hilfe von Schleckeisstäbchen.

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Auweia, böse Überraschung, beim anpassen der Skier in der Mitte des Pfluges. Der linke Ski war nicht mehr parallel wie bei der Trockenmontage sondern ließ sich nur „verkantet“ anbringen. Das sah eher nach Stemmbogen aus. Also hab ich mir wieder eine Hilfskonstruktion aus Stäbchen gebaut, die Klebestellen am verkanteten Ski mit Äthylacetat aufgeweicht und anschließend 2 Tage in der richtigen Position (war ziemlich unter Spannung!) aushärten lassen. Das hat überraschend gut funktioniert und die Skier passen jetzt wieder einigermassen.

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Während der 2 Tage Aushärtezeit konnte ich mich den Pflügen widmen. Da musste ich vor allem einen Umbau von den 6zahnigen Pflugversion auf den 5zahnigen RAMTA Pflug machen. Die mittleren 4 Zacken wurden abgeschnitten und durch 3 neue Zähne aus Evergreen ersetzen. Das war wieder ziemlich langatmige trial-and-error-Schnippelei bis alles passte. Dann wurden schon mal einige Führungsketten an den diversen Bauteilen angebracht.

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KETTEN, KETTEN, KETTEN
Auf den Vorbildfotos sind mir immer wieder die unterschiedlich starken Ketten aufgefallen. Ich hab in meinem Kettenfundus gestöbert und 3 verschiedene Stärken ausgegraben. Sehr zum Mißfallen meiner 3jährigen Tochter, die lieber mit den Kettchen spielen wollte. Nach heftiger Verteidigungsarbeit konnte ich noch einige Ketten retten. Der Rest ging für immer an das Kinderzimmer verloren. (Merke: Niemals die Ersatzteilkiste öffnen wenn Kinder im Bastelzimmer sind!). Neben der Ketten wurde auch aus Tamiya-Band ein Sicherungsband wie beim Vorbild ausgeschnitten und an den an den Durchläufen angeklebt. Die Ketten wurden mittels Drahtschlaufen an den entsprechenden Ösen angeklebt. Bei der innersten Montagekette ist mir das Teil 4x wieder abgebrochen. Letztendlich hab ichs mit Wut, Superkleber und ohne Drahtschlaufe dort angeklebt. Soweit ist ein Teil des Pfluges fertiggestellt ... pfuh, ich träum schon von dem Ding!

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Die Pflugeinrichtung mit den Zacken besteht ausch verschiedenen, klappbaren Teilen die etwas verfeinert und angepasst wurden. Dann habe ich den Pflug an der Halterung angeklebt. Hier hat sich gezeigt, dass die Konstruktion eine Spur zu hoch liegt (tiefer gings nicht weil dort keine gute Klebung an der Wanne mehr möglich gewesen wäre). Egal, auf Forbildfotos hängen die auch manchmal abenteuerlich an den Panzern! Dann werden wieder Ketten und Ketten und Ketten in die richtigen Positionen gebracht und verklebt. Und wenn man dann noch nicht ganz durchgedreht ist, kann man den finalen Anblick des Minenpflugs genießen ….. obwohl wenn ich die teilweise freibaumeldnden Ketten sehe beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl wenn ich an die bevorstehende Lackierung denke …



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SONSTIGE KLEINTEILE

So! Jetzt hab ich aber genug vom Pflug – der Bau des MG 3 war wieder mal eine schöne Abwechslung. Die Lafette wurde etwas mit Evergreen und Ätzteilresten verfeinert. Geätze Mun.kasten und Munitionsgurt kamen von Eduard.

Die Seitenschürzen wurden mit Drähten versehen – eine Feldmodifikation der Dänen hier wird Tarnmaterial angebracht. Es scheint hier keinen Standard zu geben denn es gab unterschiedliche Arten wie der Draht verspannt war. Ausserdem wurden noch 3 Öffnungen in den Schürzen gemacht. Diese waren im Bausatz geschlossen.

Dann ging die Raubkatze durch die die Lackierstrasse. Wegen organisatorischer Probleme stand die Digicam nicht zur Verfügung und mein Handy ist zum telefonieren und nicht zum knipsen ;-) Daher gibt’s nur mehr Fotos vom fertiggestellten Modell. Der Lackiervorgang lief jedenfalls so ab:

BASISFARBE
Zuallererst habe ich das ganze Modell vorsichtig mit Pinsel und Silikonentferner von den Abdrücken meiner Schwitzefinger und vom Staub befreit. Dann habe ich mit Tamiya Primer Fine Spraydose das ganze Modell grundiert um die Farbunterschiede der verwendeten Materialien abzugleichen. Schließlich habe ich eine Vorschattierung mit Dunkelgrau gemacht. Anschließend hab ich das ganze Modell mit Tamiya weiss glänzend (etwas gebrochen mit Gunze Sail-Color) lackiert. Das war nicht unproblematisch – erst hatte ich zuwenig Deckung und das ganze sah eher nach Wintertarnung aus – also nochmal mehr weiss raufgesprüht und passt.

DECALS
Nachdem die Grundfarbe am Modell aufgesprüht war, kamen die Decals dran – da habe ich inzwischen eine bunte Mischung aller möglichen Hersteller. Aber wie das beim Modellbau so üblich ist passte trotzdem nix so 100%ig.
Der UN-Schriftzug auf der Frontplatte sind Abreibebuchstaben von Archer. Die großen UN-Lettern auf beiden Seiten des Turms hat mir wieder einige graue Haare beschert. Die TL-Decals hätten gut gepasst – aber die haben sich beim abschieben von dem Trägermaterial in Brösel aufgelöst – ich konnte die Bruchstücke gerade noch vom Modell herunterbekommen. Als Ersatzlösung habe ich dann wieder Archer Abreibebuchstaben genommen Die Abreibebuchstaben sind dann nur teilweise auf das Modell haften geblieben, vielleicht hab ich zuwenig fest angedrückt und war zu vorsichtig – entstandene Spalten habe ich einfach mit schwarzer Acrylfarbe und Pinsel korrigiert.
Die UN-Fahrzeugkennung UNPF 16112 vorne und hinten, sowie die kleine Dänemarkflagge hinten gabs natürlich nicht als Decalsatz. Ich hab schließlich Decals erstmals auf dem PC selbst gemacht, mit Tintenstrahldrucker auf Aircolor ACT Decal Film (von Conrad) ausgedruckt und mit Klarlack (WICHTIG!) versiegelt. Leider, leider ist der Decalfilm sehr dick und man sieht – vor allem bei der vorderen UNPF-Nummer – die Dicke des Materials. Das sieht jetzt eher nach Nummerntafel aus … grummel, grummel. Notiz: muss mich auf die Suche nach gaaanz dünnem Decal-Trägermaterial machen.

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Nachdem die Decals alle oben waren habe ich das ganze Modell mit Gunze Klarlack „versiegelt“ damit sich bei der nun folgenden Alterung nichts mehr ablöst.

KETTE
Dann gabs noch die Vinyl-Kette. Grundiert mit Tamiya Primer Spray, anschießend mit Gunmetal lackiert. Dann die Pölster mit der bewährten Miniatur-Lackierrolle (aus Gussastresten, Röhrchen und Baumwolltuch gemacht) in wenigen Minuten sauber Anthrazin aufgerollt (Mensch war das früher eine Pinselfummelei!!). Innen wurde noch die Laufspur der Rollen mit Dunkelgrau aufgemalt.
Danach wurden Mig Pigmente mit Feuerzeugbenzin und Pinsel aufgebracht und zum Schluss noch die Metallteile mit weichem Bleistift überschabt und metallisch gemacht. Das viel Staub bei der später folgenden Montage wieder runtergewischt wird ist eh klar – da muss man halt nochmal mit dem Pinsel ausbessern. Wenn man die Kette mit Klarlack versiegelt verliert sich der Effekt leider zu sehr.

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ALTERUNG
Zuerst wollte ich ein ziemlich frisch lackiertes UN Fahrzeug machen – aber ehrlich gesagt hat mir der weiße Klotz dann überhaupt nicht mehr gefallen. Der sah geradezu öde und langweilig aus – und das nach vielen Stunden Bauzeit. NEIN! Ich hab mir wieder einige Vorbildfotos angsehen und dann doch ziemlich verschmutzte Fahrzeuge gesehen – auch mit Lackabplatzern – die offensichtlich schon länger im Einsatz waren und auch etliche Mine-Clearing-Aktionen hinter sich hatten.
Also habe ich mit Ölfarben (jaja, ganz altvatrisch mit Umbra, Siena) und Feuerzeugbenzin das eintönige Weiss aufgebrochen. Dazu gabs diese sehr verdünnte Ölfarbe als Washing in den ganzen Vertiefungen. Auch an den typischen Stellen wo sich Staub sammelt und durch Feuchtigkeit dann auch schon mal runtergewaschen wird. Auch Staubablagerungen habe ich damit aufgemalt. Danach das Modell für ein 1-2 Tage auf die Seite stellen, damit das Ganze schön durchtrocknen kann. Der Vorteil der Ölfarbe ist (jedenfalls für mich) die lange Korrigierbarkeit und auch die Möglichkeit der genau dosierte Anwendung. Mit Pigmenten diese Verschmutzungen zu machen mag ich nicht besonders – ich habe dabei nie das Gefühl der Kontrolle. Zuerst ist alles nass, man sieht nix – und dann ist alles voll Pigmenten – und zum Schluss kriegt man das Zeug nicht mehr gescheit runter.

SPONGEBOB SCHWAMMKOPF lässt grüßen:
Die Lackabplatzer habe ich nur mit dem Schwamm gemalt – das ist zwar gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber ganz gut. Einfach ein kleines Stück Küchenschwamm in Acrylfarbe tippen – auf einem Tuch die überschüssige Farbe wegtupfen (ähnlich wie beim Drybrushing) und dann den Schwamm auf das Modell tupfen. Damit bekomme ich ganz feine, unregelmässige Lackschäden hin – und ich bin viel schneller als mit dem Pinsel. Vor allem beim Minenpflug hab ich da ziemlich hingelangt. Weil die Acrylfarbe rasch eintrocknet ist dabei aber etwas Tempo gefragt. Für die die das etwas gemächlicher machen wollen gibts einen Trocknungsverzögerer für Acrylfarben oder Enamelfarben die langsam trocknen.

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Als dann schließlich alles trocken war hab ich dann noch partiell mit dunkler Acrylfarbe von Aerocolor per Pinsel nachgearbeitet und schließlich das Modell mit mattem Klarlack überzogen (mit Xtracrylix weil meine sonst verwendeten Gunze Farben da einen Lagerfehlbestand hatten ;-).
Zum Schluss bin ich noch mit ganz stark verdünntem Tamiya-Buff (1:20) über das Modell und hab quasi noch eine feine Schicht Staub drübergesprüht. Zuallerletzt kommen noch die Russ- und Abgasspuren (auch bei Standheizung) in mattem Schwarz auf das Modell.

Als letzte Details wurden noch das MG, die Antennen und die UN-Flagge bemalt und aufgeklebt. Das MG ist Schwarz Seidenmatt und dann mit einem dunklen Metallton trockengemalt und dann noch mit ganz stark verdünnter blauer Acrylfarbe übermalt. Die Antennen sind, wie bei mir üblich, aus Gitarrensaiten (dünn und flexibel). Die UN-Flagge sind Decals die ich auf eine Alufolie aufgebracht habe – ich dachte das wäre eine gute Idee – aber die Alufolie knittert leider etwas kantig. Ausserdem sind an den Kanten beim biegen ständig die Decals abgeblättert und ich musst die Abplatzungen mit blauer Acrylfarbe ausbessern – nächstes Mal probier ich da was anderes aus.

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So, nun ist der Leo FERTIG! Es fehlt noch die Kommandantenfigur die lässig aus der Luke lugt. Damit gehts auf der nächsten Seite weiter.

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DIE FIGUR:
Da es natürlich keine Dänische Panzerfiguren in 1:35 aus der Schachtel zu kaufen gibt durfte wieder einmal was zusammengeschustert werden.
Der Oberkörper mit der Splitterschutzweste kam vom Academy IDF Tank Crew Set. Die Schulterklappen und die Aufnäher wurden aus Magic Sculp aufmodelliert. Das Gesicht und ein passender Helm kam vom Draon US Tank Crew Set.
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Nachdem alles ausgehärtet war wurde die Figur mit Games Workshop „Skull White“-Spray grundiert. Die trocknet sehr schnell auf und es kann bald mit der Bemalung begonnen werden.

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Die Dänen hatten kurz vor dem UNPROFOR-Einsatz neue Splitterschutzwesten mit Flecktarnung erhalten. Als Farben verwendete ich Andrea und Vallejo Acrylfarben. Diese Farben trocknen sehr schnell auf. Ich machte 2x Schatten und 2x Lichter mit getönter Basisfarbe. Bartschatten wurde blau-lasierend gemalt. Farbmischungen schreib mir nie auf und ich mische wild zusammen bis mir der Farbton passt. Ich wollte von der Farbe her einen „staubigen“ Ton erreichen damit die Figur am Panzer nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
Die Augen male ich in 1/35 nur als Striche und Schatten. Viel zu leicht passiert es dass man mit weißen Augen einen starrenden Gesichtsausdruck erreicht. Lippen und Augenbrauen wurden auch noch farblich hervorgehoben.

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Immer wieder spannend ist es die Feinheiten zu malen. Das Dänische Wappen und das UN-Emblem auf der anderen Seite wurden mit ruhiger Hand und einem spitzen Pinsel aufgemalt.

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Zum Schluss wurden noch an den Ohrmuscheln ein Mikrofon aus feinem Draht und auf der anderen Seite ein Kommunikationskabel angebracht.

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Fertig ist der PzKdt und kann demnächst in seinem Panzer Platz nehmen.

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Damit ist ein doch etwas langatmiges Projekt zu Ende gegangen. Letztlich entschädigt das Gefühl etwas geschaffen zu haben, was es nicht zu Hauf zu sehen gibt. Zwischen den anderen Panzern ist der weiße UNO-Leopard ein richtiger Blickfang.

Danke dass Ihr in meiner Werkstatt zu Gast gewesen seid ... und wann darf ich euch über die Schulter blicken?
Walter Lampel

Zum Schluss gibts noch 2 Bilder vom Modell:

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