Baubericht Me 109 E-7 (1:24 Airfix) Teil 3
Geschrieben von: Alfred Beiglböck
Von Airfix soll sie sein!
Auch die "unendlichste Geschichte" kommt einmal zu einem Ergebnis. Im letzten Teil der "Me 109 Saga" geht es ans "Nietenstechen" und Lackieren.
Nachdem ich mich entschlossen hatte die erhabenen Nieten zu entfernen um versenkte Nieten darzustellen, ging die Suche nach einem geeigneten Werkzeug los. Ich wollte ja nicht bloß ein Loch bohren, sondern den kreisförmigen Spalt zwischen Nieten und Blech andeuten.

So sollen die "neuen Nieten" aussehen
Nach einigen Testläufen hatte ich das richtige Werkzeug gefunden-Injektionsnadeln.

Diese Nadeln in unterschiedlicher Stärke dienten als Gravierwerkzeug. Damit wurde, nach dem abschleifen der erhabenen Nieten, die "neuen Flachnieten" gebohrt.

Und es waren sehr, sehr viele Nieten.
Nach dem washing war das Ergebnis jedoch vielversprechend.

Die Nieten der Motorhaube nach dem Washing.
Doch nun zur Lackierung.
Um die feinen Gravuren der Nieten nicht zu sehr mit Farbe zu füllen, wurde auf eine Grundierung verzichtet. Den ersten Arbeitsgang bildete daher das Schattieren der Blechstöße. Dazu verwendete ich RLM 66 von Gunze.


Alle Blechstöße wurden mit RLM66 schattiert.
Lackiert wurde mit Gunze und als Vorlage diente das Buch "Deutsche Jagdflugzeuge 1939-1945 in Farbprofilen" von Claes Sundin und Christer Bergström. Erhältlich im Bernhard und Graefe Verlag (ISBN 3-7637-5982-4).
Von der schwarzen 8 des Jg27 gibt es einige Farbaufnahmen. Da es sich hiebei jedoch um nachcolorierte Bilder handelt sind diese mit Vorsicht zu genießen. Vor allem die Flugzeugoberseite erscheint auf diesen Bildern nahezu gelb. Dies entspricht keinesfalls dem RLM 79. Jenem Farbton der ab Herbst 1941 für, im Mittelmeer oder Nordafrika eingesetzten, Flugzeuge vorgesehen war. Die Tatsache, dass vor allem zu Beginn des Afrikafeldzugs oftmals Lacke aus italienischen Beständen verwendet wurden lässt auch hier genügend Raum für Diskussionen.
Ich verwendete folgende Farbtöne (Gunze).
Unterseite
RLM 78
RLM 65 für die stoffbespannten Ruder
Oberseite:
RLM 79 (Aufhellungen mit "Fleischfarbe")
RLM 80 (Aufhellungen mit RLM 04)
Weiters wurde der Mattlack von Revell partiell verwendet um Pigmenten einen besseren Halt zu bieten. Versiegelt wurde mit Future.

Getreu dem Motto "von hell nach dunkel" wurde mit der Unterseite in RLM 78 begonnen. Dieser Farbton zieht sich seitlich bis auf Höhe des Cockpits.

RLM 78 für die Unterseite und dem seitlichen Rumpf
Da ich an den Farbübergängen keine scharfen Linien wollte, arbeitete ich mit einer fliegenden Maske. Dabei wurde Kante des Abdeckbandes so hinter klebt, dass es später nicht am Modell anhaftet. Dadurch strömt etwas Sprühnebel unter das Band und es entsteht ein weicher Farbübergang.

Hinter kleben des Abdeckbandes

eine "fliegende Maske"

Ein weicher Farbübergang

Im Vergleich der harte Übergang bei einer fixen Maskierung.
Anstelle der Decals wurden die Hoheitsabzeichen lackiert.

Die Maskem der Hoheitsabzeichen.

Ein lackiertes Abzeichen an der Flügelunterseite.
Die Flecken an der Flugzeugoberseite wurden freihändig lackiert.

Die Flecken in RLM 80 und einige "Buntstiftschrammen"
Die Alterung erfolgte eher dezent, mit einem großflächigem washing mittlels "neutral wash" aus dem Hause MIG und verdünnter Ölfarbe für einige Details.


Grosflächig wurde mit MIG "gewaschen" (Hier an einem Testobjekt).......

....Details mit stark verdünnter Ölfarbe, wie bei diesem Querruder........

.......oder auch am Seitenruder.
Einige wenige Teile (Fahrwerk) wurden mit MIG-Pigmenten behandelt.

African Earth von MIG

Die Pigmente wurden mit Wasser angerührt, aufgetragen und die überschüssige Pampe mit einem Lappen oder wassergetränkten Pinsel wieder entfernt.
Abschließend möchte ich noch einige Dankesworte an einen treuen Helfer verlieren. Stundenlang hat er mir das Modell in der richtigen Position gehalten. War stets da, wenn es darum ging mal eine Pause einzulegen. Selbst beim Transport zu einem unserer Treffen konnte ich Ihm das Modell Blindlinks anvertrauen. Die Rede ist nicht von einem Kammerdiener oder Butler sondern von einer Halterung, speziell für Flugzeugbauer, aus dem Hause JHModels.

Halterung für Flugzeuge (von 1:48 bis 1:24) von JHModels

Das ideale Gerät für Bau und Transport.
Somit kam auch dieses Projekt zu einem, doch ansehnlichen Ende und der Basteltisch ist frei für neue Herausforderung.
Abschließend noch einige Bilder vom fertigen Modell.










Anregungen und Tipps an
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Über den Autor Alfred Beiglböck
Meine Modellbaulaufbahn reicht von GELI Papierflieger (in jungen Jahren), über "Zusammenpicken" von Panzern, anmalen von Schiffen bis zum ernsthaften Modellbau, den ich seit etwa fünf Jahren betreibe. Ich baue Flugzeuge der deutschen Luftwaffe in 1:48.
Ganz besonders interessieren mich auch die historischen Hintergründe meiner Modelle, deren Werdegang und das Schicksal ihrer Piloten - ich baue dann diese Maschinen historisch möglichst korrekt in 1:48 oder 1:32. Zum Ausgleich bemale ich auch hin und wieder Figuren.
Email: alfred.b@modellbaufreunde.net