Baubericht Me 109 E-7 (1:24 Airfix) Teil 1
Geschrieben von: Alfred Beiglböck
Von Airfix soll sie sein!
Als im Zuge einer Modellbauvorführung im Katzelsdorfer Zinnfigurenmuseum ein Mann an unsern Stand trat und sich nach der Möglichkeit erkundigte ein Modell zu beauftragen, nahm das Schicksal seinen Lauf.........
Bei den ersten Detailabsprachen stellte sich sehr rasch heraus, dass es sich um einen absoluten Luftfahrtspezialisten handelt, der auch genau wusste er wollte. Die schwarze 8 von Lt Schnoer/ JG27, eine Bf 109 E-7/trop, sollte es sein.
Es wurde wohl über kein Jagdflugzeug soviel geschrieben wie über die Me 109
Als er den Maßstab mit 1:24 angab, überflog ich gedanklich alle „Hundertneuner“ in 1:24 welche in der letzten Zeit auf den Markt kamen.
Da waren G-2, G-6 und G-10. Sogar eine K-4, aber weit und breit keine E-4 oder E-7. Als er dann erwähnte, dass er den Bausatz schon seit längerem zu Hause hätte, schwante mir böses. Der meint doch nicht etwa die …….., doch er meinte sie. Die Bf 109 E-4 in 1:24 von Airfix.
Ein toller Bausatz in die Jahre gekommen
Da dieser Bausatz schon gut und gern seine 30 Jahre auf den Buckel hat, entstand er zu einer Zeit wo bei mir die erste Modellbaueuphorie abebbte und sich das Interesse in Richtung „blonder Schönheit“ aus der Nachbarklasse verschob. Bei diesem Wunderwerk der Evolution punktete man natürlich eher mit einem dezenten Hauch von 1:25 Gemisch fürs Moped als mit einer 1:24er Maßstab von Airfix. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch die Prioritätenreihung für
Alle Versuche meinem Auftraggeber einen der tollen Bausätze von Trumpeter schmackhaft zu machen schlugen fehl. Die von Airfix muss es sein.
Je intensiver wir uns über das „Ergebnis“ unterhielten und je länger ich den Bausatz unter die Lupe nahm umso mehr reizte mich die Herausforderung.
Schlussendlich wechselte der Bausatz den Besitzer um in ferner Zukunft als fertiges Modell zurückzukehren
Wenn sie den Bausatz auf seinem Weg zum Modell begleiten wollen, schauen sie ab und zu mal vorbei.
Der Bausatz:
In Anbetracht seines Alters ist der Bausatz durchaus brauchbar. Das größte Handikap sind die erhabenen Nieten, welche die gesamte Oberfläche zieren und die „nicht vorhandenen“ Fahrwerksschächte. Es wurden neben zweier Ätzteilplatinen (Instrumente und Gurtzeug)
von Eduard keinerlei speziellen Zubehörteile verbaut. Bei der
Detaillierung wurde vor allem auf Draht aus unterschiedlichen
Materealien, Aluminiumfolie und „Evergreen“ in unterschiedlichen Formen
und Stärken zurückgegriffen.
Eduard machts möglich-Instrumente und Gurtzeug
Cockpit:
Nach dem heraustrennen und Verschleifen der einzelnen Teile stellte
sich bei der ersten Probepassung heraus, dass die Passgenauigkeit überraschend gut war. So wollte ich vor allem das Instrumentenbrett
verfeinern und den Sitz mit einem entsprechenden Gurtzeug ergänzen.

Basis für ein detailliertes Cockpit

An einigen Teilen wurde die Materialstärke etwa verringert
Für die Instrumente meiner 109er kamen Ätzteile der Fa. Eduard zum Einsatz. Es handelt sich dabei zwar nicht speziell um E7 Instrumente, reichten jedoch allemal für ein gut detailliertes Führerbrett. Bei dieser Ätzteilplatine, mit der Artikelnummer 23 014, wird jedes Instrument aus drei Teilen (Grundplatte, Instrument, Gehäuse) aufgebaut. Abschließend wurde bei jedem Instrument die Glasabdeckung durch einen Tropfen Klarlack dargestellt.
Diverse Hebel wurden aus Aluminiumstreifen oder gezogenen Gießästen gebaut. Die Verstärkungen an diesen Hebeln wurden mit einem Tropfen Weißleim dargestellt. Bei diversen Bedienungsanweisungen stand mir Walter LAMPEL mit Rat und Tat zur Seite und druckte sie mit dem „Tintenstrahler“ auf Decalpapier. Nachdem ich diese Decals mit Klarlack versiegelt hatte wurden sie an den entsprechenden Stellen angebracht.
Sieht doch ganz brauchbar aus - oder?
Für das Gurtzeug leistete abermals eine Ätzteilplatine (Artikelnummer 23 003) der Fa. Eduard wertvolle Dienste. Da die „metallenen Gurte“ doch etwa steif wirken verwendete ich nur die Schnallen und Verschlüsse. Die Gurte wurden aus einem „Malerabdeckband“ geschnitten.

Diese Gurte sollen später aus dem Cockpit hängen
Für
die Lackschäden, speziell am Sitz wurden ein weiß und ein helles Grau,
in dieser Reihenfolge, mittels eines kleinen Schwamms aufgetupft.
Trockenbürsten mit Aluminiumfarbe und kleine Retuschen mit einem
weichen Bleistift sorgten für den letzten Schliff.

Der fertige Pilotensitz
Innenraum RLM 02 und Gerätebrett, aus Blendschutzgründen, in RLM 66.
Das war der Standartanstrich für den Innenraum deutscher Jagdflugzeuge
bis in das Jahr 1940-41. Danach wurde der Innenanstrich aus
logistischen Gründen ausschließlich in RLM 66 lackiert. Ich lackiere
nahezu ausschließlich mit Acrylfarben von Gunze., so auch diesmal.
Diese Enblicke wird das fertige Modell nicht mehr ermöglichen
Der Cockpitboden wurde mit Farbpigmenten und Ölfarbe gealtert
Motor:
Im Bereich des Motors sah es mit der Passgenauigkeit nicht ganz so Gut aus. Vor allem zwischen Zylinder und Kurbelwellengehäuse klaffte ein, gut 2mm breiter, Spalt. Hier musste einiges aufgefüttert und gespachtelt werden.
Da war das Cockpit das reinste Honiglecken
Sämtliche, am Motor angegossenen, Leitungen wurden entfernt, und durch Draht ersetzt.
Viel Arbeit - aber es lohnt sich
Der Motorblock von rechts........................
.............und links
Mehr demnächst
Über den Autor Alfred Beiglböck
Meine Modellbaulaufbahn reicht von GELI Papierflieger (in jungen Jahren), über "Zusammenpicken" von Panzern, anmalen von Schiffen bis zum ernsthaften Modellbau, den ich seit etwa fünf Jahren betreibe. Ich baue Flugzeuge der deutschen Luftwaffe in 1:48.
Ganz besonders interessieren mich auch die historischen Hintergründe meiner Modelle, deren Werdegang und das Schicksal ihrer Piloten - ich baue dann diese Maschinen historisch möglichst korrekt in 1:48 oder 1:32. Zum Ausgleich bemale ich auch hin und wieder Figuren.
Email: alfred.b@modellbaufreunde.net